Freitag, 14. September 2012 08:27

KreditgebührenHeutzutage sind Nachrichten aus der Finanzwelt und der Banken für Kunden meist unerfreulich bis ärgerlich. Doch es gibt sie auch: die Meldungen, welche die Herzen der Bankkunden höher schlagen lassen. So die Bekantgabe eines wichtigen Gerichtsurteils, dass einige Kreditgebühren, die von den Kreditinstituten verlangt werden, nicht rechtens sind!


Eines der wichtigsten Ressorts der Banken ist bekanntlich das Kreditgeschäft, welches schnell erzielte Gewinne bringt: Geld leihen und Zinsen kassieren. Allerdings reicht es den Kreditgebern nicht. Sie suchen nach Wegen und Gründen für extra Einnahmen neben den Kreditzinsen, sodass für die Kreditnehmer die Kredite mit etlichen Zusatzkosten verbunden sind. Hierbei fehlt es den Banken nicht an Einfallsreichtum. Am bekanntesten ist die sogenannte Bearbeitungsgebühr, die so gut wie jede Bank und Sparkasse verlangt. Die Ausreden hierfür sind der angeblich hohe Aufwand für Beratung sowie für die anschließende Prüfung der Zahlungsfähigkeit und der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers. Mit zwei Prozent des Darlehensbetrags ist diese bei manch einer Bank richtig happig, das sind ja satte 200 Euro für eine relativ kleine Kreditsumme von 10.000 Euro.


Kritischen Stimmen von Finanzexpertin zufolge ist dieses nur eine fadenscheinige Begründung und Verschleierung des eigentlichen Ziels, bei jedem Verbraucherkredit noch mehr als „nur“ Kreditzinsen abzusahnen. Die wiederum absolut nachvollziehbare Erklärung, dass keine Bearbeitungsgebühr zulasten des Verbrauchers einkassiert werden darf, ist, dass besagter Aufwand einzig und allein dem Kreditinstitut nützt, nicht aber dem Kunden. Sich „Tätigkeiten, die in ihrem eigenen Interesse liegen, bezahlen zu lassen“ ist nach Aussagen der Bankkritiker einfach nicht akzeptabel.


Nun die gute Nachricht:„Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite sind unzulässig“! So hat das Oberlandesgericht Dresden entschieden. Dessen Urteil zufolge dürfen alle betroffenen Verbraucher bereits gezahlte Bearbeitungsgebühren zurückfordern. Berufen können sie sich auf das Gerichtsurteil mit Az.: 8 U 662/11. Der Mitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen zufolge ist das Urteil nun rechtskräftig, weil die Sparkasse Chemnitz die Revision vor dem BGH (Bundesgerichtshof) zurückgenommen hat.


Eine weitere Einnahme durch einen Verbraucherkredit, die der Bundesgerichtshof ebenso für unzulässig erklärt hat, ist die Gebühr, die manche Kreditinstitute für die Kontoführung der Darlehenskonten verlangen. Die Begründung seitens des BHG ist, dass dieses Konto genauso im Interesse des Kreditgebers und keinesfalls zum Vorteil des Kreditnehmers geführt werde. Beziehen können sich Interessierte oder Betroffene auf das BGH-Urteil mit Az.: XI ZR 388/10.


[sppg_rating]